"Ein tolles Gemeinschaftsgefühl"
Christian Nowag bei der Siegerehrung des ROTHENBERGER Meisterpreises 2017

Interview mit Christian Nowag, Gewinner des ROTHENBERGER Meisterpreises 2017

Christian Nowag ist zu seinem Beruf über ein Praktikum gekommen, das er bei der Firma Mike Schärschmidt in Markranstädt absolvierte. Von dem Installateur- und Heizungsbauerberuf war er sofort begeistert. Gleich nach der Schule begann er in diesem Betrieb seine Ausbildung, die er im Jahr 2011 als Jahrgangsbester der Innung Leipzig abschloss. Seine Fähigkeiten hat er schon mehrmals in Wettbewerben unter Beweis gestellt. So errang er am Ende seiner Lehrzeit den ersten Platz im Leistungswettbewerb des Deutschen Handwerks PLW (Profis leisten was) im Ausbildungsberuf Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik. Nach seiner Meisterprüfung bewarb sich Nowag für den Meisterpreis 2017 und bekam den ersten Preis. Bei der Firma Schärschmidt ist er mittlerweile seit 12 Jahren angestellt. 

Was hat Sie 2017 veranlasst, sich zu bewerben?
Ich finde es immer gut, herauszufinden, wo man steht. Als Lehrling kann man das noch ganz gut einschätzen, aber wenn man im Beruf steht, ist es nicht mehr so ohne Weiteres möglich. Beim Meisterpreis können sich Kollegen auf Meisterebene mit unterschiedlicher Berufserfahrung und aus verschiedenen Altersgruppen miteinander messen. Das hat mich neugierig gemacht.

Was hat Ihnen Spaß gemacht?
Mir hat besonders das Gemeinschaftsgefühl gefallen, das in so kurzer Zeit entstanden ist. Die Stimmung war freundlich und kollegial. Man hat sich gegenseitig unterstützt und geholfen, es war ein richtig guter Austausch möglich. Das hat uns gezeigt: Miteinander läuft alles einfach besser. Ich habe mit einigen Mitbewerbern immer noch Kontakt.

Was war für Sie eine Herausforderung?
Der Zeitdruck in der Prüfungssituation war schon eine Herausforderung. Die ist so im Alltag nicht gegeben. Auch kommen einige Tätigkeiten im Tagesgeschäft bei mir nie vor, zum Beispiel das PE-Schweißen. Aber auch das war im Grunde kein Problem.

Was haben Sie nicht gemocht?
Ich fand alles in Ordnung. Alles hat gut geklappt, alle waren sehr freundlich und herzlich.

Ihre Meinung: Warum sollten sich Jungmeister für den Wettbewerb dieses Jahr bewerben?
Ich würde ihnen auf jeden Fall dazu raten, weil es eine neue Erfahrung ist. Man bekommt raus, wo man steht und lernt seine Stärken kennen und woran man noch arbeiten kann. Und das Preisgeld ist ja auch nicht gerade wenig.

Haben Sie einen guten Tipp für die Teilnehmer dieses Jahres?
Biegen und Löten ist wichtig, aber auch die Maßgenauigkeit. Da kann man vielleicht vorher noch etwas auffrischen. Man kennt ja seine Schwächen oder weiß, was man im Tagesgeschäft nicht so oft macht. In der Prüfung sollte man Ruhe bewahren: Lieber eine Pause machen und überlegen als hektisch loslegen und dann etwas falsch machen.

Wie haben Sie sich vorbereitet?
Eigentlich habe ich gar nicht viel vorbereitet. Aber ich habe mir am Vorabend noch ein paar Videos über Biegen und Löten angeschaut.

Was hat Ihnen mehr Spaß gemacht – der Wettbewerb oder die Fotoshootings für die Promotion, an denen Sie später noch teilgenommen haben?
Also, mir hat beides riesig Spaß gemacht, auf unterschiedliche Weise. Bei den Fotoshootings war ich überrascht, wie viel ungeheure Mühe hinter einem einzigen Foto steckt. Was da alles an Vorbereitung, Ausleuchtung und Technik nötig ist, das fand ich total interessant.

Würden Sie noch einmal teilnehmen, wenn Sie könnten?
Auf jeden Fall, sofort! Man ist einfach superglücklich, am Ende. Und zwar unabhängig davon, ob man gewinnt.