„Punktgenaue Leckortung schont den Geldbeutel und die Nerven von Betroffenen“

Interview mit Christoph Watzke über die Vorteile der akustischen Leckortung

Kurz zusammengefasst, was sind die Vorteile der akustischen Leckortung?
Punktgenaue Leckortung schont den Geldbeutel und die Nerven von Betroffenen. Lecks in Wasserleitungen verursachen immer Schaden – ob Wasser unverkauft versickert, ungenutzt bleibt, aber bezahlt werden muss, oder eben ein Wasserschaden entsteht, der Sanierungsarbeiten nach sich zieht. Die akustische Leckortung hilft dabei, Leckagen schnell aufzuspüren und zu beseitigen.

Wann kommt die akustische Leckortung zum Einsatz?
Die akustische Leckortung kommt sowohl innerhalb von Gebäuden als auch im Freien zum Einsatz. In Gebäuden ist sie oft dann gefragt, wenn klar ist, dass eine Wasserleitung ein Leck hat – dann geht es darum, das Leck schnell zu finden und die Leitung zu reparieren. Außerhalb von Gebäuden kommt sie zum Einsatz, wenn bekannt ist, dass ein Leck vorliegt oder auch eine Leitung ohne Anlass überprüft werden soll.

Wodurch zeichnet sich die akustische Leckortung aus?
Das Prinzip ist bestechend einfach. Tritt Wasser durch Risse oder Löcher aus einer Leitung aus, entstehen Verwirbelungen im Rohr. Das erzeugt Geräusche, die man sich bei der akustischen Leckortung zunutze macht. Je lauter das Geräusch, desto näher ist man dem Leck. Dabei gilt: Je kleiner das Leck, desto höher der Ton.

Halten Sie halten die akustische Ortung anderen Verfahren gegenüber für überlegen? Wenn ja, warum?
Die akustische Ortung ist präsizer als jedes andere Verfahren. Nehmen wir zum Beispiel Feuchtigkeitsmessungen oder die Betrachtung mit einer Infrarotkamera. Das Leck ist nicht unbedingt genau da, wo sich die meiste Feuchtigkeit messen lässt oder wo die Temperatur am höchsten oder niedrigsten ist. Das Abdrücken einer Leitung vermittelt nur das Wissen, ob sich ein Leck in der Leitung befindet, nicht aber, wo es ist. Und die optische Endoskopie ist eine hervorragende Methode, um Lecks in Schächten oder Abwasserrohren zu überprüfen – unter Putz liegende Trinkwasserleitungen lassen sich damit jedoch nicht begutachten, weil man an sie nicht herankommt. Die Geräusche, die durch Lecks entstehen, werden auch durch die Wand oder den Boden übertragen, sodass für die Reparatur nur eine verhältnismäßig kleine Öffnung gestemmt werden muss.

Für wen ist ein Gerät zur akustischen Leckortung interessant?
Für Wasserversorger und Kommunen ist es sehr interessant. Laut Informationen des Umweltbundesamtes vom April 2020 gingen in Deutschland durch Wasserrohrbrüche und Undichtigkeiten im Jahr 2016 insgesamt 457 Millionen Kubikmeter Wasser verloren. Das ist eine unvorstellbare Menge – derzeit verbraucht ein Mensch in Deutschland pro Tag durchschnittlich 123 Liter Wasser. Man bräuchte die halbe Weltbevölkerung, nämlich mehr als 3,7 Milliarden Menschen, um 457 Millionen Kubikmeter Wasser an einem Tag zu verbrauchen. Oder anders ausgedrückt: Diese Menge Wasser reicht aus, um ganz Deutschland mehr als 46 Tage mit Wasser zur versorgen.

Das sind erhebliche Verluste für die Wasserversorger.
Wenn wir mit 2 € pro Kubikmeter Frischwasser rechnen, sind also 2016 rund 914 Millionen Euro im wahrsten Sinne des Wortes versickert. Umgerechnet auf die 5.845 Wasserversorgungsunternehmen wären das durchschnittlich für jedes Unternehmen ein Verlust von über 150.000 Euro. Jedes Leck, das geortet und repariert wird, mindert diesen Verlust.

Für wen lohnt sich die Anschaffung eines akustischen Leckortungsgeräts noch?
Für SHK-Profis, die viel im Kundendienst unterwegs sind, und Leckortungsspezialisten lohnt es sich, ein akustisches Leckortungsgerät anzuschaffen. Ein Leck verursacht immer einen Schaden. Durch die präzise Ortung lässt sich dieser ohnehin entstandene Schaden geringhalten – je genauer das Leck lokalisiert ist, desto weniger muss aufgegraben oder aufgestemmt werden.